Die Dortmunder Westfalenhalle bebte am Abend der Night of the Proms 2025 vor Begeisterung, Vielfalt und musikalischer Spitzenklasse. Das einzigartige Format – Klassik trifft Pop – zeigte sich auch in diesem Jahr von seiner schönsten Seite. Das Publikum erlebte eine beeindruckende Mischung aus orchestraler Eleganz, Pop-Energie und spektakulärer Show.

Ein opulenter Auftakt: Filmische Weite und Klassikglanz

Der Abend begann mit einem gleichermaßen kraftvollen wie atmosphärischen Einstieg: „The Greatest Showman“, fulminant interpretiert vom Antwerp Philharmonic Orchestra, dem Fine Fleur Chor und Sänger Rob. Sofort war klar, dass das Publikum eine Produktion auf höchstem Niveau erwartete – farbig, emotional, groß.

Mit der Orchesterperformance von „Coppelia’s Donauwellen“ begeisterte das Antwerp Philharmonic Orchestra gleich im Anschluss und setzte die Messlatte für die klassisch geprägten Elemente des Abends hoch.

Joss Stone – Soul mit Leichtigkeit und starker Präsenz

Joss Stone betrat anschließend die Bühne und erfüllte die Westfalenhalle mit ihrer warmen Soulstimme. „Right to be Wrong“ und „You Had Me“ ließen keinen Zweifel daran, warum sie zu den charismatischsten Sängerinnen ihrer Generation zählt. Ihre Natürlichkeit, ihr Lächeln, ihre mühelose Kraft – das Publikum lag ihr nach wenigen Sekunden zu Füßen.

Klassik trifft Pathos – Stimmungsschwankungen der feinsten Art

Mit dem düsteren, eindringlichen „Lacrimosa“ bewiesen Orchester und Chor erneut ihre Ausdruckskraft. Danach brachte Midge Ure den Achtziger-Jahre-Vibe in die Halle – elektrisierend und nostalgisch zugleich. Sein „Dancing with Tears in My Eyes“, das majestätische „Vienna“ und das ergreifende „Breathe“ ließen die Synth-Wave-Ära wieder lebendig werden.

Die beschwingte „Barcarolle“ führte zurück in die Klassik, bevor es mit Safri Duo erstmals richtig explodierte: „Cinema Time“ und vor allem „Played Alive 2025“ brachten eine Percussion-Party auf die Bühne, die das Publikum von den Sitzen riss.

Vanessa Amorosi – Powerfrau mit Gänsehaut-Garantie

Dann wurde es emotional auf höchstem Niveau: Vanessa Amorosi entzündete zunächst mit „Light My Fire“ und „Absolutely Everybody“ ein Pop-Feuerwerk. Doch das absolute Highlight folgte mit „Music“ – dem legendären Meisterwerk von John Miles.

Vanessa Amorosi schuf mit ihrer Interpretation von „Music“ einen echten Gänsehaut-Moment, der die gesamte Halle in ehrfürchtiges Schweigen hüllte. Eine Hommage an John Miles, die nicht nur stimmlich brillant, sondern auch emotional berührend war – einer jener seltenen Augenblicke, in denen Musik im Raum zu schweben scheint.

Nach diesem Höhepunkt ging es in die Pause.

Zweite Hälfte – Emotionen, Dramatik und Rock-Explosion

Den Auftakt nach der Pause bildete der mächtige Chor-Einsatz bei „Nabucco“, bevor Michael Schulte mit seinem weichen Timbre das Publikum berührte. Songs wie „Falling Apart“, „You Let Me Walk Alone“ und „Back to the Start“ zeigten seine große Bandbreite – zwischen leiser Verletzlichkeit und energetischem Pop.

Mit „Die Moldau“ brachte das Orchester einen weiteren orchestralen Höhepunkt, bevor Safri Duo erneut für Adrenalin sorgte: „Carol of the Bells“ und „The Cave“ entfalteten eine unglaubliche Live-Wucht.

Die großen Duette – Ein Fest der Stimmen

Besonders gefeiert wurden die gemeinsamen Songs von Joss Stone:

  • „Ordinary“ gemeinsam mit Michael Schulte
  • „It’s Raining Men / Lady Marmalade“ gemeinsam mit Vanessa Amorosi

Beide Duette waren einfach grandios, voller Energie, Spielfreude und harmonischer Stimmkraft. Das Publikum reagierte mit tosendem Beifall.

Alice Cooper – Rocktheater der Extraklasse

Dann wurde es dunkel – und laut: Alice Cooper übernahm die Bühne. Der Großmeister des Shock-Rocks lieferte eine Show, die perfekt in die Proms passte: groß, theatralisch und kraftvoll.

Seine Frau, Sheryl Cooper, war als Tänzerin mit dabei und verstärkte die dramatischen Bühnenszenen – ein visuelles Highlight, das Fans lieben.

Mit an Bord waren außerdem seine beiden Ausnahmegitarristen:

  • Nita Strauss – Virtuosin, Energiebündel und Gitarrenwunder
  • Tommy Henriksen – der harte, präzise Gegenpol mit gewaltigem Sound

Gemeinsam rissen sie Klassiker wie „Poison“, „Only Women Bleed“, „Might As Well Be On Mars“ und natürlich „School’s Out“ förmlich auseinander. Eine perfekte Mischung aus Rock, Theater und musikalischem Können.

Finale – Alle zusammen auf der Bühne

Zum Abschluss kamen noch einmal alle Künstler für „Come Together“ auf die Bühne – eine Ode an die Gemeinschaft, die Vielfalt und die verbindende Kraft der Musik. Ein Schlussbild, das das Motto der Night of the Proms besser nicht hätte verkörpern können.

Fazit – Ein Abend, der lange nachhallt

Die Night of the Proms 2025 in Dortmund war ein emotionales Spektakel, in dem Klassik, Pop und Rock zu einer einzigartigen Einheit verschmolzen.
Von der orchestralen Wucht über die gefühlvollen Solomomente bis hin zu den rockigen Explosionen war dieser Abend ein Paradebeispiel dafür, warum die Proms seit Jahrzehnten Kultstatus genießen.

Unvergesslich blieben vor allem:

  • der Gänsehaut-Moment von Vanessa Amorosi mit John Miles’ „Music“
  • die grandiosen Duette von Joss Stone, die die Halle förmlich elektrisierten
  • und die Rockshow von Alice Cooper, verstärkt durch seine Frau Sheryl sowie die Gitarren-Power von Nita Strauss und Tommy Henriksen

Ein Abend, der Musik in all ihren Facetten feierte – und der sicher vielen Besucherinnen und Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird.